[Lindencon 2015] Szenario: Blut, Sand und die Nacht – Rückschau

So, die Lindencon ist nun seit über einer Woche vorbei, also ist es Zeit ein kurzes Fazit zu ziehen.

Grundsätzlich lief es nicht schlecht, doch das Szenario hatte auch ein paar Tücken, die ich zuvor nicht bemerkte. Letztere sind auch der Grund, warum ich noch etwas daran feilen werde, bevor ich es hier auf dem Blog posten werde.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass es mir schwerer fällt ein One-Shot zu kreieren, als eine Kampagne. Ich mag es, wenn die Dinge Zeit haben sich zu entfalten und Spieler ohne Zeitdruck auf „Entdeckungstour“ gehen können. Deshalb hatte ich diesen One-Shot als (para-)militärisches/ geheimdienstliches Szenario angelegt: Klare Aufgaben und die Gruppe hat allen Grund zusammen zu arbeiten.

Aber hier ergab eines der Probleme. Grundsätzlich ist der Plan aufgegangen. Die Spieler haben sich über die Mission an der gedachten Struktur des Abenteuers entlang gearbeitet, ohne dass ich ihnen die Entscheidungsfreiheit nehmen musste. Die Situation ergab es schlicht. Gut, das war ja auch das Buy-in des Szenarios: Ihr habt eine Mission, die es zu erfüllen gilt.

Allerdings haben die Spieler/innen, v.a. derjenige, der den Teamleiter gespielt hat, den militärischen Aspekt so ausgelegt, dass wirklich nur geradeaus gedacht wurde. Die Dinge, welche sonst noch passiert sind (z.B. Geistererscheinungen, flüsternde Stimmen, Cold Spots), wurden zwar wahrgenommen, hatten letztlich aber kaum bis gar keinen Einfluss auf das Verhalten der Spieler. Das fand ich schade, hatte ich doch eigentliche alle Charaktere darauf ausgelegt, dass sie mit einem gewissen Grundmisstrauen auf die Mission gehen. Nicht nur gegenüber der Mission, sondern auch gegenüber ihrem Auftraggeber. Grundsätzlich hätte ich betonen sollen, dass alle Charaktere grundsätzlich einen gewissen Spielraum an Freiheiten haben. Leider haben so viele tatsächlich nur Befehle befolgt.

Ein anderes größeres Problem war, dass aufgrund des Settings die Interaktion mit der Umgebung eingeschränkt war. Jeder NSC war grundsätzlich erst einmal ein Feind. Gerade für den Charakter Jacqueline Nearne, der nicht primär für den Kampf ausgelegt war, machte es das etwas eintönig. Auf die Idee, dass man die Wachen vielleicht nicht nur ausknocken, sondern auch befragen könnte, kam leider niemand. Dabei wäre gerade eine Besonderheit für diesen Charakter gewesen, da sie als Einzige die lokalen Sprachen beherrschte.

Das sind die wichtigen Punkte, die ich überarbeiten werde, bevor ich den Rest des Szenarios einstelle.

Wenn jemand Tipps für die oben genannten Probleme hat, vielleicht sogar speziell im Zusammenhang mit Szenarios die militärische Strukturen unter den Spielern beinhalten, dann würde ich mich freuen, wenn ihr sie entweder in den Kommentaren postet oder im RSP-Blogs-Forum.

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4 Gedanken zu “[Lindencon 2015] Szenario: Blut, Sand und die Nacht – Rückschau

  1. Wenn es Schleichpassagen im Spiel gibt, dann wäre es auch angebracht dem Spieler von Jaqueline ab und zu zu beschreiben, worüber sich die Feinde unterhalten (und auf diese Weise Gerüchte zu streuen). Alternativ kann man auch ein paar Zivilisten (Ziegenhirten oder was ähnliches) einbauen, welche umgangen oder beruhigt werden müssen.

    Hmm, vielleicht haben die Einheimischen auch die merkwürdigen Erscheinungen bemerkt und sind daher nervös. Auf diese Weise könnte Nearne entsprechende Gerüchte mitkriegen, welche die Gruppe entweder auf die Spur des Mysteriums bringt oder welche sie für die Operation nutzen können (selber Geistererscheinungen und Flüsterstimmen vortäuschen, um Wachen abzulenken).

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  2. Hmm, den Leuten explizit und deutlich ankündigen, daß es ne Mystery Runde wird und eben nicht Taktik/Action, könnte helfen. Wenn ich die Rundenbeschreibung bei easy-con lese und dann die Chrarakterbeschreibungen dazu sehe, dann käme ich auch auf die falschen Assoziationen. Da ist dick von Black Ops die Rede und die Charaktäre sind durchweg militaristisch ausgelegt. Die Nuancen, daß da mehr sein könnte, sind eher dezent und gehen beinahe unter.

    Das was von Vordergründigen abweicht, muß man immer bisschen mehr betonen, wenns eine signifikante Rolle einnehmen soll. Bei One-Shots auf Cons gilt das sogar noch ein bisschen mehr als in der heimischen Wohnzimmerrunde.

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    • Nun, ich fand eigentlich, dass die Beschreibung ausreichend war, um zu kennzeichnen, dass beides angesprochen wird. Das die Charaktere militärisch ausgelegt waren, war nun mal dem Szenario geschuldet. Ich hatte auch zuvor ein paar der Spieler angeschreiben und sie wussten, dass es um es Mysteryelemente geben würde. Und es ist ja nicht so, dass sie diesen Einsatz nicht tatsächlich durchgeführt hätten. Es gab die Taktik und die Action. Ich habe ihnen nicht vorenthalten, was sie sich vom militärischen Teil versprochen haben mögen.

      Schade war eher, dass der andere Teil kaum angespielt wurde und es sich quasi auf den Taktikteil beschränkte.

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      • Na die Frage ist doch, wenn was nicht so läuft wie gewünscht/erwartet: willst du lieber Ursachen suchen und Wege, es in der Zukunft vielleicht besser machen zu können? Oder sagst du dir: war doch alles bestens. Hab halt einfach Pech gehabt. Nächstes Mals wirds sicher von ganz allein besser.

        Das muß natürlich jeder für sich selbst beantworten.

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