Würfeln für Ideen – [Alien RPG] Der Fall Ravaga

Am Sonntag gab es einen kurzen Beitrag über das Verschwinden einer Sängerin in der Welt des Alien RPG. Hier sind nun W6 Ideen, was hinter der Sache stecken könnte. Für alle, die zusätzliche Inspiration brauchen, oder einfach nur neugierig sind.

Als erstes gibt es eine Tabelle mit verschiedenen Hintergründen in Kurzform. Darunter folgen dann alle Varianten in einer möglichen, detailieren Version.

Viel Spaß damit!

W6 Hintergründe zu Maggy Ravagas Verschwinden

1Maggy Ravaga will aus dem Geschäft aussteigen. Sie war nicht betrunken, sondern hat nur so getan. Nun möchte sie anonym als Passagier mit einem Schiff verschwinden.
2Ein merkwürdiger Kult, der die Konstrukteure verehrt, hat das Starlet entführt. Die Mitglieder glauben aus ihrem Album versteckte Botschaften herausgehört zu haben und halten sie für eine Prophetin.
3Die Pop-Ikone ist eine Spionin für die UPP. Ihre Tour war sorgfältig geplant, um lokale Größe auszuhorchen. Weil ihre Tarnung droht aufzufliegen, musste sie untertauchen.
4Maggy Ravaga äußerte sich öffentlich kritisch über Weyland-Yutani. Eine betrunkene und überambitionierte Konzernmitarbeiterin entführte die Sängerin, ohne Plan, was sie dann machen will.
5Ein heimliches Treffen mit einem Groupie endete in einem tödlichen Unfall. Ein Wachmann, der sich fürs Wegsehen bezahlen ließ, geht nun skrupellos daran, seine Schuld an der Tragödie zu verwischen.
6Die Sängerin nahm eine Dosis einer gefährlichen Droge und starb fast an den Folgen. Ihre Managerin vertuschte dies aus Image-Gründen und setzt alles daran denjenigen zu finden, der ihr die Droge gab.

Die ausführliche Fassung

1. There is no business like show business. Aber ein Geschäft ist es, und zwar ein hartes. Das musste Maggy Ravaga recht schnell begreifen, als ihre Karriere durchstartete. Termindruck, mediale Selbstpräsentation als Dauerzustand und ständige Versuche in ihr kreatives Schaffen einzugreifen. Ihr einziges Glück dabei war, dass man nicht auf sie verzichten konnte, so blieb ihr einiges an Freiheiten. Trotzdem kam der Moment, als ihr der Druck einfach zu groß wurde und sie beschloss, ein neues Leben zu beginnen.

Über Wochen bereite sie sich vor, indem sie versteckt große Mengen Bargeld ansammelte, sich gefälschte Ausweispapiere für die United Americas besorgte sowie unauffällige Kleidung. Thetis Minor ist eine geschäftige Welt und so sah sie dort ihre Möglichkeit gekommen. Nachdem sie den ganzen Abend nur betrunken tat und sicherstellte, dass ihre Managerin Keavy Athol sah, wie sie schlafen ging, stahl sie sich davon.

Nun wartet sie am überfüllten Raumhafen und hofft, dass sie ohne ihre extravagante Schminke und die grellen Kostüme keiner erkennt. Sie versucht ein Schiff zu finden, um inkognito in Richtung Frontier zu fliegen. Vielleicht ist es ja das Schiff der SC?

2. Musik transportiert Botschaften zu den Menschen, wie ein Frachter Waren an die Frontier. Aber schmuggeln Lieder auch versteckte Botschaften? Höchst selten, aber immer wieder glauben Menschen daran. Das gilt leider auch für Maggy Ravagas Album Hush little Star Child. Die seltsame, aber bisher nur belächelte Gruppe Church of Divine Construction sah schon im Albentitel eine klare Anspielung auf die von ihnen verehrten Konstrukteure (engl. Engineers). Seit Erscheinen analysieren Mitglieder der Kirche die einzelnen Lieder, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Auch wenn sie glauben wichtige Entdeckungen gemacht zu haben, darunter astronavigatorische Koordinaten, sind die meisten doch überzeugt, dass nur die „Prophetin“ selbst ihnen den wahren Weg weisen kann.

Obwohl ein Streit darüber ausbrach, ob sie nun eine wissentliche oder unwissentliche Prophetin sei, versuchten Mitglieder mit Maggy Ravaga Kontakt aufzunehmen, immer erfolgreich vom Sicherheitsdienst und Nachrichtenfilter vereitelt. Die Tour durch den Outer Veil sah man als die Chance an, zumal auf Thetis Minor eine rege Zelle der Kirche existiert. Nach wochenlangen Vorbereitungen war das Personal des Hotels, in dem das Starlet absteigen würde, infiltriert und es gelang der „Kirche“ ihre „Prophetin“ zu „befreien“. Maggy Ravaga ist in einem umgebauten Lagerhaus der Gruppe untergebracht. Dort sieht sie sich von überaus freundlichen aber trotzdem unheimlichen Menschen umgeben, die etwas von ihr verlangen, das sie nicht leisten kann.

Aber was, wenn an den Vermutungen des Kultes etwas dran ist? Ravaga schreibt nicht jedes ihrer Lieder selbst. Doch wer sollte solche Botschaften in einem Pop-Album verstecken? Und warum?

3. Glamour macht die Leute blind und Geld ebenso. Und im Glanz von berühmten Persönlichkeiten beginnen die Leute gerne zu reden, um nach Aufmerksamkeit zu heischen. Eine gute Ausgangslage für Spion*innen. Tatsächlich ist Maggy Ravaga eine Agentin für die Union of Progressive Peoples. Ihr Einsatz ist ein langfristig angelegter Plan, um direkten und indirekten Zugang zu wichtigen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung des 3WE zu bekommen. Da sich Erfolg im Showbiz schwer planen lässt, war sie anfangs nur eine unter vielen Agent*innen des Projekt Mata Hari, wurde aber schnell mit Abstand die erfolgreichste. Ob aus Gründen der Publicity oder um das eigene Ego zu pflegen: Viele wichtige Leute und solche die es werden wollten, buhlten um ihre Aufmerksamkeit, besonders in der Öffentlichkeit. So war es für die Sängerin leicht, zahlreiche pikante, schmutzige und heikle Details zu sammeln, die sie über Boten unter ihren persönlichen Mitarbeitern weiterleiten ließ. Es war an anderen Agenten, diese Informationen auszuschlachten. So blieb ihre eigene Person unberührt von jedem Verdacht.

Die Tour war eine Ausweitung ihres Wirkungsbereichs. Die Stationen waren zu einem großen Teil vom Ministry of Space Security sorgfältig ausgewählte Ziele. Obwohl die Operation vielfältige Ergebnisse erzielte, kristallisierte sich doch mehr und mehr ein Problem heraus: Der von der Produktionsfirma angeheuerte Sicherheitschef Osamu Yamasaki, wurde zunehmend misstrauisch gegenüber Maggy Ravaga. Der ehemalige Offizier des 3WE ließ sich nicht von Ravagas Ausstrahlung blenden. Im Laufe der Tour wurde es immer schwieriger Kontaktleute unbemerkt zu erreichen. Nachdem Yamasaki sie nach einem solchen Gespräch, am Vorabend des Konzerts auf Thetis Minor, unverblümt fragte, was sie denn zu besprechen gehabt hätte, war klar, dass etwas geschehen würde.

Möglicherweise hat sich Ravaga davongestohlen, um eine „Entführung“ als Ablenkung zu inszenieren oder sogar eine Exfiltration zu planen. Vielleicht hat Yamasaki aber auch schneller reagiert und sie wurde vom Geheimdienst des 3WE in Gewahrsam genommen.

4. Weyland-Yutani ist aus vielen Gründen umstritten. Und Maggy Ravaga hatte nicht nur die Courage den Konzern öffentlich zu kritisieren, sondern auch eine große Breitenwirkung. Trotzdem entschied man im Konzern, dass jede Gegenmaßnahme, die über eine kurze Stellungsnahme hinausgeht, zur Zeit mehr Schaden als Nutzen würde. Natürlich bedeutete das nicht, dass sich nicht Mitarbeiter*innen untereinander lautstark aufspielten, dass es doch das Beste wäre, wenn sie jemand zum schweigen brächte.

Solche Worte waren es auch, die die ehrgeizige aber talentlose Moira Peckett von ihrem Chef hörte. Weil sie hoffte, endlich aus ihrem Job im mittleren Management der W-Y Niederlassung auf Thetis Minor herausbefördert zu werden, nahm sie sich vor, „die Sache zu regeln“. Sie besorgte sich mit ihren Verbindungen Zugang zum Konzert und zur Backstage-Party. Ursprünglich wollte sie die Sängerin auf der Feier abpassen und ihr unverhohlen drohen. Doch Moira Peckett verließ schnell die Courage, als sie selbst sah, dass Ravaga nicht der Mensch war, um sich einschüchtern zu lassen, und sie sich damit nur einen Verweis von der Feier eingehandelt hätte. Nach reichlich Frusttrinken fasste sie den Plan, ihrem Ziel auf deren Zimmer aufzulauern. Sie stahl unaufmerksamen Reinigungspersonal eine Zugangskarte und versteckte sich in Ravagas Zimmer im Schrank. Als es soweit war, war es ihr ein Leichtes die Sängerin zu betäuben und mit mehr Glück als Verstand auf ihr eigenes Hotelzimmer zu bringen. Doch ihr eigener Rausch verflüchtigte sich schneller als der ihres Opfers und es wird ihr bewusst, in was für eine Lage sie sich gebracht hat.

Bisher hat die Art ihres Arbeitgebers verhindert, dass ihr Zimmer ohne Anhaltspunkte durchsucht wird. Aber die werden auftauchen und Moira Peckett wird sich für eine entführte Pop-Ikone rechtfertigen müssen. Eine Verzweiflungstat bahnt sich an, die Maggy Ravaga eventuell nicht überlebt. Aber vielleicht ist ja unter den SC ein Konzernmitarbeiter, dem sich Moira anvertrauen kann.

5. Die enorme Ausstrahlung großer Stars kann sehr anziehend sein, auch sexuell. Groupies sind daher ein bekanntes Phänomen. Auch Maggy Ravaga hat zahlreiche solche Anhänger*innen. Keavy Athol hat gelernt, dass es nichts bringt, ihren Star von den Abenteuern mit ihren Fans abhalten zu wollen. Deshalb war sie auch froh, dass sie die einzige war, die das betrunkene Pop-Starlet auf ihr Hotelzimmer begleitete. Sie ahnte nicht, dass ihr Schützling mehr vorhatte. Kaum eine halbe Stunde nachdem Athol in ihrem eigenen Zimmer verschwand, traf sich Maggy Ravaga mit Sandy Bao. Die Junior Managerin des Hotels, die sie auf der Feier kennengelernt hatte, versprach ihr, dass sie ihr den romantischsten Blick des ganzen Hotels zeigen könne. Die beiden waren sehr von einander angetan und einigten sich auf ein heimliches Treffen, um ihrem Stelldichein noch etwas zusätzlichen Kitzel zu verleihen. Auf dem Weg an den ohnehin spärlichen Sicherheitskameras vorbei, trafen sie auf den Sicherheitsmann Barry Clint, den Ravaga mit einer kleinen Bestechung zum Wegsehen überreden konnte.

Die Beiden stiegen auf das Dach des Hotels, um die Aussicht zu genießen. Hierbei kam es zu einem folgenschweren Unfall, als die immer noch betrunkene Sängerin auf einer glatten Stelle ausrutschte und in sich beim Sturz den Schädel brach. In Panik rannte Bao zurück um Hilfe holen und traf dabei als erstes wieder auf Barry Clint. Als dieser sich selbst von dem Unglück überzeugt hatte, entschied er für sich, dass es sie auch nicht lebendig machen würde, wenn er Ärger bekäme. Er schüchterte Sandy Bao ein, mit dem was ihr angeblich blühen würde, wenn der Unfall bekannt würde, nicht zuletzt durch ihn selbst. Die Leiche versteckte er in einem Schacht auf dem Dach.

Den Ermittlern konnte er bisher versichern, dass er auf seinem Platz nichts gesehen habe in der Nacht. Bao war noch nicht in einer Befragung, doch traut er ihr nicht zu, lange dicht zu halten. Und er weiß, dass eine ausgedehnte Suche im Hotel zwangsläufig zum Fund der Leiche führen wird. Er fühlt sich im Zugzwang und ist skrupellos genug, um drastische Maßnahmen zu ergreifen, um der Situation zu entkommen, die er sich selbst geschaffen hat.

6. Zu Maggy Ravagas Image gehörte immer, dass sie Abstand von Drogen nahm und in dieser Beziehung als Sauberfrau galt. Leider stand dahinter nie besonders viel Überzeugung der Sängerin. So waren Managerin Keavy Athol und ein enger Kreis aus dem Team oft genug damit beschäftigt, den Drogenkonsum ihres Stars zu überwachen, damit nichts an die Öffentlichkeit drang. Und sollte doch jemand davon erfahren haben, gab es ein wohldosiertes Programm aus Zuckerbrot und der Androhung von Peitsche, um ungebetene Mitwisser zum Schweigen zu bringen.

Doch Süchtige finden meistens einen Weg und erkennen die Leute, bei denen sie sich versorgen können. So auch Maggy Ravaga. Auf der Party traf sie auf einen Bewunderer, der ihr eine Dosis von „etwas ganz Besonderem“ gab. Sie behielt dies bei sich, bis sie ihre Managerin überzeugt hatte, dass sie schlafen gegangen sei. Ein Wachmann auf Kontrollgang hörte wenig später, wie sie unter Zuckungen eine Nachtlampe umstieß. Die Tür wurde schnell mit Athols Zweitschlüssel geöffnet. Maggy Ravaga war fast tot als sie eintraten und konnte nur mit Mühe von ihrem Leibarzt am Leben gehalten werden. Nicht sicher, ob es sich um eine Überdosis oder einen Giftanschlag handelte, rief Keavy Athol gleich die Sicherheitsbehörden. Während sie sich durch das Versprechen großzügiger Spenden deren Diskretion erkaufte, gingen anderweitig schnell Gerüchte um. Hotelpersonal hatte die Aufregung nebst dem Eintreffen der Beamten der Thetis Constabulary Force mitbekommen und das Gerede lief aus dem Ruder. Selbst bei ihrem Grad an Abgebrühtheit überfordert, sagte Athol einem Pressevertreter, Ravaga sei verschwunden. Das Image musste gewahrt werden. Ihr Verhältnis zur Polizei verbesserte es nicht, doch bisher halten diese die Geschichte zähneknirschend aufrecht.

Die ursprüngliche Substanz muss schnell aufgetrieben werden, denn ohne ein Gegenmittel ist die Gesundung der Sängerin ungewiss. Aber wollte ihr jemand „nur“ eine „tolle“, neuartige Designerdroge geben, oder war es tatsächlich ein Giftanschlag? Gibt es einen Zusammenhang zu Gerüchten über eine neue Straßendroge? Und hängt alles möglicherweise mit dem Verschwinden einer Lieferung für Lasalle Bionational zusammen?


Was haltet ihr von den verschiedenen Varianten? Habt ihr eine Favoritin? Schreibt es mir gerne in die Kommentare. 🙂

Gazette – [Alien RPG] Starlet verschwunden!

Meine neue Kategorie Gazette besteht aus kurzen, fiktiven Nachrichtenbeiträgen. Nachrichten ist dabei frei ausgelegt und kann vom Ausrufer bis zum Zeitungsartikel reichen. Die Beiträge sind so angelegt, dass sie drei Funktionen erfüllen: Sie fügen der Hintergrundwelt ein paar lebendige Details hinzu, sie bieten einen Plothook und sie können direkt intradiegetisch (Gruß an den Eskapodcast 😉 ) als Handout genutzt werden. Sie werden einem System bzw. einer Hintegrundwelt zugeordnet, können aber oft auch leicht umgemodelt werden.

Hier nun der erste Beitrag für das Alien RPG. Viel Spaß und kommentiert gerne, was ihr von dem Konzept haltet.


3WE Herald

Starlet spurlos verschwunden

von Amanda Sanusi

Thetis Minor, Nereid Sector, Outer Veil, Anglo-Japanischer Arm

Wie uns von offiziellen Stellen bestätigt wurde, verschwand die Sängerin und It-Person Maggy Ravaga während ihrer Tour durch die Kolonien des anglo-japanischen Arms auf Thetis Minor. Ihr Name dürfte den meisten Lesern bekannt sein, da Ravaga aktuell eine von Titans berühmtesten Töchtern ist und zuletzt mit ihrem Album Hush little Star Child einen großen Erfolg auf den Kernwelten und im Outer Veil landete.

Über die Hintergründe ihres Verschwindens ist derzeit nur wenig bekannt. Die Pressestelle der Thetis Constabulary Force gab bekannt, dass in alle Richtungen ermitteltet werde.

Wir schöpfen jedoch dahingehend Hoffnung, dass es bisher keine Anzeichen eines Kampfes oder anderen Gewalttat gefunden wurden“, hieß es außerdem in der offiziellen Erklärung. „Aus der Erfahrung heraus ist dies ein gutes Zeichen, dass wir Ms Ravaga wohlbehalten wiederfinden werden.“

Die Hauptstadt von Thetis Minor war die fünfte Station des Starlets auf ihrer aufsehenerregenden Live-Tour. Sie hatte dort wie geplant ihren Auftritt und verbrachte nach sicheren Informationen anschließend einige Stunden auf einer Backstage-Feier. Ihrer Managerin Keavy Athol bestätigte in einer offiziellen Erklärung, dass Maggy Ravaga in ihrer Begleitung in den frühen Morgenstunden ihr Hotelzimmer betrat. Als Athol sich verabschiedete, war ihrer Aussage nach alles in Ordnung.

„Ich weiß zu gut, dass es immer gleich wilde Gerüchte gibt, wenn ein Superstar wie Maggy involviert ist. Aber glauben sie mir: Maggy ist eine zufriedene und durchaus vernünftige Frau. Sie hat weder Probleme mit Drogen, noch mit Depression oder ähnlichem. Sie war müde vom Feiern, wie wir alle, aber sonst war alles in bester Ordnung“, erklärte Athol auf der Pressekonferenz vor Ort.

Die Live-Tour über so viele Welten hatte im Vornherein für viel Wirbel in der Musikbranche gesorgt, aber auch zum Hype über das Album beigetragen.

Doctor Ex – Agenten von UNIT

Nachdem ich im letzten Beitrag konkretisiert habe, wie ich mir Spielercharaktere nach dem Vorbild der Deus Ex-Spiele vorstelle, nämlich als Gruppe von Agenten mit verschiedenen Spezialisierungen, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass UNIT am besten als Auftraggeber der SC funktioniert.

Das ist schon insofern praktisch, als dass es für das Doctor Who RPG gleich zwei Quellenbücher gibt: UNIT – Defenders of Earth und Black Archiv. Das erste Buch beschäftigt sich stark mit den militärischen Aspekten von UNIT, während letzteres das namensgebende Schwarze Archiv behandelt.

Fest steht bereits, dass die Charaktere keine Rank-and-File-Soldaten sein werden. Obwohl UNIT in erster Linie eine militärische Organisation ist, bietet einem beide Bücher auch Alternativen zum normalen Soldaten an. Zwei interessante Konzepte sind das CRASH-Team und die Agenten des Schwarzen Archivs. Ein CRASH-Team (Critical Response And Special Handling; UNIT, S. 57-59) ist eine mobile Einheit aus Spezialisten, die geschickt werden, um Ereignisse mit potentiell außerirdischem Hintergrund zu untersuchen. Sehr flexibel, vor allem auch weil sie global eingesetzt werden. Agenten des Schwarzen Archiv sind dafür da, um außerirdische Artefakte zu finden, sichern und zum Archiv zu bringen. Man kann natürlich beides kombinieren, denn die Strukturen sind offen und ein CRASH-Team kann die Spezialisten aus dem Schwarzen Archiv sicherlich gut gebrauchen.

Also scheint ein CRASH-Team die praktikabelste Lösung. Grundsätzlich sind alle Archetypes aus dem UNIT– (S. 62-65) und dem Black Archiv-Quellenbuch (S. 18-19) möglich. Welche davon passen aber am besten zum Deus Ex-Konzept? Den klassischen Agenten kann man gut durch den Operative (BA, S. 18) darstellen, wenn man es mehr sozial mag, oder kann den UNIT Private (UNIT, S. 62) leicht abändern, wenn man ein jemanden braucht, dessen körperliche Fähigkeiten mehr gefragt sind. Für dem Piloten/Fahrer eignet sich ganz klar der Wheelman (BA, S. 19). Der Engineer (UNIT, S. 64) kann diese Rolle ebenfalls übernehmen, ist aber auch für die Rolle des Hackers geeignet, genau wie der Archivist (BA, S. 18). Man sollte dem Hacker aber den Code Breaker-Trait (UNIT, S. 59) verpassen, der in beiden Archetypes standardmäßig nicht enthalten ist.

Natürlich kann man aber, statt Archetypes zu verwenden, die Charaktere auch maßschneidern. Gerade die eigentlichen Agenten lassen sich damit gut erstellen.

Den Teil über Implantate/Augmentierungen, den ich letztes mal versprochen habe, lege ich im nächsten Post nach.

Doctor Ex – Die Spielercharaktere

Wie aus meinem vorangegangem Artikel hervorging, sind noch einige Überlegungen offen, um ein Setting im Deus Ex-Stil in der Welt von Doctor Who zu schaffen. Deshalb möchte mit dem anfangen, worum es eigentlich in allen Runden drehen sollte: Die Spielercharaktere.

Achtung es folgen kleinere Spoiler zu den Deus Ex-Spielen!

 

Was zeichnet die Spielfiguren von Deus Ex aus?

Grundsätzlich sind alle Spielfiguren aus den Deus Ex-Spielen ein Art Agent: Adam Jensen ist der Sicherheitschef eines Technologiekonzern und ehemaliges SWAT-Mitglied, JC Denton ist zu Beginn Agent der United Nations Anti-Terrorist Coalition (UNATCO) und Alex Denton ein/e ausgebildete/r Freelance-Agent/in.

Außerdem haben sie alle einen persönlichen Grund sich einzumischen. So wurde Jensen bei einen Angriff schwer verwundet und seine Ex-Freundin scheinbar getötet. JC Denton lernt, dass UNATCO nicht das ist, was sie vorgibt zu sein, und sein eigener Bruder sich bereits gegen diese gewendet hat. Alex Denton wird schon zu Beginn zweimal in seiner/ihrer Ausbildungsstätte angegriffen und lernt bald, dass letztere ihn/sie zu einem Element ihrer eigenen undurchsichtigen Pläne machen wollte.

Zusammengefasst haben wir also Agenten, die dazu getrieben werden, sich gegen eine Verschwörung zu stellen.

 

Vom Einzelkämpfer zur Gruppe

Eine grundlegende Änderung die man für den Spieltisch vornehmen müsste ist, dass man, im Gegensatz zum Computerspiel, keinen Einzelkämpfer hat, sondern eine Gruppe. Das Problem lässt dadurch lösen, dass zwar alle Charaktere eine Art Grundkompetenz als Agenten mitbekommen, damit sind vor allem physische Fähigkeiten gemeint, aber auch erkennbare Spezialisierungen. Auch wenn die Protagonisten in den PC-Spielen, wie gesagt, grundsätzlich Einzelkämpfer auf ihren Missionen sind, haben sie dennoch Unterstützung im Hintergrund. Das sind in der Regel ein Hacker (Francis Pritchard, Alex Jacobson) und ein Pilot (Faridah Malik, Jock, Sid Black, Ava Johnson). Potential für ein Team ist auf jeden Fall da. Zudem kann man natürlich auch sonst die Kompetenzen in der Gruppe aufteilen. Ein Charakter mit besonderen Sozialkompetenzen, ein anderer mit besseren Kampfskills und schon hat man verschiedene Rollen zum ausfüllen.

 

Auftraggeber

Ein grundlegendes Element bleibt noch zur Definition der Charaktere: Für wen arbeiten sie? Nicht nur bestimmt diese Frage stark den Hintergrund der Charaktere, sondern wird auch wichtig, wenn es um Gedanken zur Story geht. Schließlich gehört es zum Deus Ex-Erlebnis, dass die Figur gezwungen wird außerhalb ihrer Strukturen zu arbeiten, oder sogar gegen sie. Auch die Entscheidung für Loyalitäten ist wichtig. Am vielversprechendsten halte ich den Ausgangspunkt des ursprünglichen Deus Ex: Die Charaktere sind Agenten einer globalen Organistion und stellen fest, dass etwas nicht so läuft, wie versprochen. Es fällt nicht schwer herauszufinden, welche Organisation das UNATCO der Welt des Doctors ist, denn UNIT drängt sich da geradezu auf. Natürlich wäre es auch möglich, dass die SC für einen Konzern arbeiten, der Cutting-Edge-Technologie entwickelt, wie in DE: Human Revolution, oder freie Agenten, die zwischen vielen Seiten hin und her gerissen werden, wie in DE: Invisible War. Den ersten Ansatz halte ich jedoch für den vielversprechendsten.

 

 

Im nächsten Beitrag geht es dann näher darum, wie man das Verhältnis der Charaktere zu UNIT gestaltet und wie man die für Deus Ex so markanten Implantate/Augmentierungen einbringen kann.

Für Kommentare bin ich natürlich immer dankbar. 🙂

 

 

PS: Deus Ex: Mankind Divided habe ich bisher nicht gespielt und kann es deshalb auch nicht bei meinen Überlegungen berücksichtigen.

 

Doctor Ex – Eine Settingidee

Das Doctor Who Roleplaying Game ist eines der Systeme mit denen ich mich in letzter Zeit verstärkt beschäftigte, nachdem ich die Serie wieder öfter geschaut habe. Gleichzeitig spiele ich auch wieder Deus Ex: Human Revolution am PC. Als Spielleiter, der sich seine Szenarios hauptsächlich selbst schreibt, hat es nicht lange gedauert bis die Idee kam, beides zu verbinden. Es geht nicht um ein Crossover, sondern darum eine Kampagne/ein Szenario ähnlich Deus Ex im Whoniverse zu schaffen.

Wie könnte das aussehen? Wer schon einmal Bücher der Chronicles of Darkness (ehemals NWoD) gelesen hat, der erinnert sich vielleicht, dass die Autoren auf Theme und Mood (Thematik und Stimmung) des jeweiligen Spiels eingehen. Bei Werewolf: The Forsaken ist die Thematik beispielsweise „Jagen oder gejagt werden“ und vorherrschende Stimmung „Zorn“. Um nun Doctor Who und Deus Ex zu verbinden gilt es daher für mich erstmal Thematik und Stimmung beider Welten zu bestimmen und einen Weg zu finden, wie man einen zufriedenstellenden Kompromiss zwischen beiden herstellt.

 

Thematik und Stimmung von DW und DEx

Zu versuchen eine klare Thematik bei Doctor Who zu finden scheint mir müßig, dazu ist die Serie einfach zu vielfältig. Für Deus Ex lässt sich eine Grundthematik leichter herausfinden: Ein Agent legt, mit nur wenigen Verbündeten im Hintergrund, eine große Verschwörung Schicht für Schicht frei. Hightech spielt dabei eine wesentliche Rolle und der Körper des Protagonisten selbst ist technisch verbessert.

Was sind die jeweiligen Stimmungen? Für Doctor Who würde ich sagen es ist Hoffnung. Die Hoffnung bedrohliche Gegner mit Optimismus und Cleverness stets überwinden zu können. Das ist natürlich sehr allgemein gefasst für eine, wie gesagt, sehr vielfältige Serie, aber nicht unpassend. Deus Ex da eigentlich gar nicht mal so anders. Hier würde ich die Stimmung als Unnachgiebigkeit bezeichnen. Der unnachgiebige Kampf eines Einzelnen gegen eine scheinbar unbezwingbare Veschwörung. Das Ganze wird etwas düsterer präsentiert, aber ich finde da überschneiden sich Grundgedanken.

 

Was daraus machen?

Letztlich möchte ein Setting, in dem Agenten im Verborgenen den Kampf gegen eine Verschwörung aufnehmen. Das Ganze spielt im Serienuniversum von Doctor Who, auf der Erde in der heutigen Zeit oder nur wenige Jahre in der Zukunft, damit der Bezug für die Spieler leichter fällt. Hightech gibt es bei Doctor Who genug und das Rollenspiel hat auch direkt mehrere Möglichkeiten parat, wie man die Augmentierungen eines Adam Jensen abbilden könnte. Der Ton des Spiels soll generell optimistisch gehalten sein, auch wenn die Dinge schlecht zu stehen scheinen. Was noch fehlt ist ein Auftraggeber für die Charaktere und natürlich eine Verschwörung. Dazu ein anderes Mal mehr.

 

Nun die Frage, was haltet ihr generell von der Idee? Falls jemand Anmerkungen hat, ich würde mich über Kommentare freuen.

 

 

Rival-a-Day im Herrenhaus: Ein Rivale für „Der Eine Ring“

Hier nun mein dritter Beitrag für die, auf John Doe’s RPG Manor nicht ganz so tägliche, Rival-a-Day-Aktion von d6ideas.

Diesmal ist es ein Charakter für das Mittelerde-Rollenspiel Der Eine Ring, genauer gesagt für dessen Grundsetting Wilderland. Er gehört zum Volk der Viglundinger, welche im Quellenbuch Im Herzen der Wildnis (HdW) auf den Seiten 26 – 31 beschrieben werden.

 

Vidimir, Sohn des Viglund

Er ist ein hochgewachsener junger Mann mit braunem Haar und ebenso gefärbten Augen und der drittgeborene Sohn Viglunds (HdW S. 28f.), des tyrannischen Herrschers über die Östlichen Hochtäler des Anduintals. Als solcher wurde er nie besonders von seinem Vater wahrgenommen, weshalb er sich stets umso mehr bemühte, als verlässlicher und loyaler Anhänger aufzutreten. Zu einem guten Krieger und fähigen Herren herangewachsen, besitzt er nun (2946 Drittes Zeitalter) Ländereien nahe der Gebiete der Beorninger.

Tatsächlich hält Vidimir tief in seinem Herzen nicht viel von den Herrschaftspraktiken seines Vaters, insbesondere der Sklaverei, und wäre er frei sich zu entscheiden, hätte er sich schon auf Beorns Seite geschlagen. Doch noch ist er nicht bereit, seine Familie zu hinter sich zu lassen. Die innere Unruhe überspielt er nach außen hin mit Hohn und Arroganz, doch wird einem Menschenkenner auffallen, dass ihm echte Grausamkeit abgeht.

 

Ich habe den Charakter Vidimir für die Kampagne Schatten über dem Düsterwald geschrieben, um dem nur skizzenhaft beschriebenen Konflikt zwischen Beorningern und Viglundingern mehr Substanz zu verleihen. Aber in wie fern kann er als Rivale gelten?  Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Er ist auf jeden Fall ein Rivale für seine Brüder (z.B. Viglar, HdW S. 29) um die Gunst seines Vaters, was sich von anderen ausspielen lässt. Je nach dem wie die Spielercharaktere mit ihm umgehen, könnte er sich sogar zum Rivalen um die Herrschaft für seinen Vater mausern. Möchte man in als Antagonisten, dann kann man einen SC mit Ländern in der Nähe der Grenze zwischen den beiden Völkern ausstatten. Da eben diese Grenze eher fließend ist, wird eine Rivalität nicht ausbleiben.

 

Rival-a-Day im Herrenhaus: Rivalen für das „Dragon Age RPG“

Hier ist mein nächster Beitrag für die Rival-a-Day-Aktion von d6ideas.

Auch in der gewaltätigen Welt von Thedas finden sich Einrichtungen, die sich dem Sammeln und der Generierung von Wissen verschrieben haben. Die bekannteste ist die Universität von Orlais in Val Royeaux, aber auch die Stadt Markham in den Freien Marschen besitzt eine solche Institution. Als Gerüchte über ein gut erhaltenes Grabmal im Herzen Nevarras auftauchen, das einem Kriegsherrn des uralten Menschenstammes der Planasene gehören soll, aber auch Einflüsse aus Tevinter aufzeigt, entbrennt der Forschungsdrang. Sofort starten beide Universitäten Expeditionen, angeführt von ihren profiliertesten Forschenden auf dem Gebiet.

 

Gustav Henri de Chardon

Er gehört zu einem reichen Grafenhaus aus Orlais und hat eine von der Kaiserin selbst mitfinanzierte Institution hinter sich. Deshalb mangelt es seiner Expedition an nichts, seien es Vorräte, Personal oder Bestechungsgelder. Als Orlaisianer liegt ihm der Umgang mit Worten außerdem im Blut. Generationenlang das Große Spiel mitzumachen, befähigt seine Familie mit geschickten Worten und kleinen Winkelzügen Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

 

Anastasia Wolfsthurn

Ihre Expedition kann zwar nicht auf die gleichen Mittel zurückgreifen, aber dafür ist der nevarranischen Adel, dem sie angehört, aus härterem Holz geschnitzt als die „orlaisianischen Hofschranzen“ (wie sie es sagen würde). Ausdauer und Zähigkeit stehen beim Vorankommen in diesem Wettrennen auf ihrer Seite. Dazu hat sie aber noch einen Vorteil, den sie in die Waagschale werfen kann: Sie kennt viele Adlige in Nevarra und die Sympathien für Orlais sind dort nicht gerade groß. Anastasia hat genug Bekanntschaften, die gerne bereit sind, für sie dem Konkurrenten Steine in den Weg zu legen.

Was könnte man mit diesem beiden Personen in einem Abenteuer anfangen? Ganz klar, sie eignen sich perfekt um Spielerfiguren als Spezialisten anzuheuern, und sei es nur um den Konkurrenten zu behindern. Vielleicht sind es aber auch Hintermänner oder gar eine dritte Partei, die Interesse oder eben kein Interesse an den potentiellen Entdeckungen haben.